Rippendecken ohne Verklebung.
Wie viel Steifigkeit braucht die Verbindung wirklich?
Die Verklebung erhöht die Steifigkeit der Verbindung auf das Maximum. Die Leistungsfähigkeit einer Rippendecke hängt jedoch vom gesamten System ab: Querschnittsgeometrie, Spannweite, effektive Breite sowie Steifigkeit der Verbindung zwischen Platte und Rippe.
Das White Paper und der Prüfbericht zur Leistungsfähigkeit von SHARP METAL in Rippendecken verknüpfen die in der ETA-24/0058 angegebenen Parameter mit dem Verhalten realer Rippenelemente. Dabei stützen sie sich auf experimentelle Prüfungen mit verschiedenen Nadelhölzern , die Bemessung nach Eurocode 5 sowie FEM-Modellierungen.
Die Frage ist nicht, welche Verbindung steifer ist.
Entscheidend ist, welches System die Anforderungen des Projektes am besten erfüllt . Die Verklebung ist tragwerkstechnisch sehr effektiv, doch die Steifigkeit der Verbindung ist nur ein Aspekt: Ebenso wichtig sind Produktionszeiten, Platzverhältnisse, Umgebungsbedingungen, Vorbereitung der Oberflächen, Qualitätskontrolle, Endbearbeitung und Logistik.
SHARP METAL wurde entwickelt, um die für die Decke erforderliche Leistung, die üblicherweise durch Verklebung erzielt wird, durch eine mechanische Verbindung zu erzielen.
Kein Klebstoff, keine Wartezeit, keine konstanten Klimabedingungen.
Eine verklebte Decke muss vorübergehend gelagert werden, bis der Klebstoff unter den im Zertifizierungsprozess festgelegten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen eine ausreichende Festigkeit erreicht hat. Bei SHARP METAL sind keine speziellen Vorarbeiten zur Gewährleistung der Haftung erforderlich. Außerdem besteht kein Risiko, dass Klebstoff aus den sichtbaren Rippen austritt.
Keine Aushärtephase des Klebstoffs
Keine spezifische thermo-hygrometrische Kontrolle des Verklebungsprozesses
Keine Oberflächenvorbereitung für die Haftung
Kein Auslaufen von Klebstoff auf sichtbare Flächen
Von der ETA zur Leistungsfähigkeit der realen Decke
Die 2025 erteilte ETA-Zertifizierung bildete den Ausgangspunkt: Die neuen Dokumente zeigen, wie sich SHARP METAL in einer Rippendecke verhält. Darüber hinaus bieten sie einen analytischen und experimentellen Vergleich zwischen SHARP METAL und einer Verklebung.
Der Prüfbericht dokumentiert die Versuchskampagne, während das White Paper die Ergebnisse durch analytische Vergleiche, Bemessung und FEM-Modellierung in konkrete Planungshinweise übersetzt.
Die Kennwerte des Verbinders wurden direkt mit dem Tragverhalten des gesamten Tragwerksystems verknüpft.
Der entscheidende Punkt der Planung liegt im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit
Das Tragverhalten von SHARP METAL kommt jenem einer Verklebung deutlich näher als dem einer reinen Verschraubung.
Bei den geprüften Konfigurationen gelten für den Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit (GZG) folgende repräsentative Verformungsniveaus:
• Die mit SHARP METAL erreichte Last liegt etwa 80 % über der Lösung, die rein mit Schrauben erzielt wird.
• Im Vergleich zur geklebten Lösung beträgt die Abweichung der Last, die bei gleicher Verformung auftritt, etwa 16 %.
Die Versuche im Maßstab 1:1 zeigen, dass ein Versagen sowohl bei der Verklebung als auch bei SHARP METAL von den Holzelementen bestimmt wird. Das Verhalten von SHARP METAL ist dank seiner Fähigkeit zur Umverteilung der Spannungen progressiver und duktiler.
Fast die gleiche Holzmenge
Die Daten zeigen, dass die geringere lokale Steifigkeit von SHARP METAL in der praktischen Planung keine proportionale Vergrößerung der Querschnitte oder der Holzmenge zur Folge hat.
Das White Paper vergleicht 20 Konfigurationen mit Spannweiten von 6 bis 12 m, mit CLT-Plattenstärken von 60 bis 120 mm, GZT/GZG-Nachweisen sowie Schwingungsnachweisen. Dabei wurden Rippen verwendet, die in handelsüblichen Stufen von 40 mm ausgewählt wurden.
Bei 11 von 20 Konfigurationen ist es möglich, die gleiche handelsübliche Höhe der Rippe beizubehalten; bei den anderen 9 reicht eine einzige zusätzliche Lamelle von 40 mm. Die maximale Zunahme des Holzvolumens beträgt: 7 %.
Geringere Steifigkeit in der Verbindung. Fast dieselbe Holzmenge in der Ausführung.
Das White Paper vergleicht 20 Bemessungskonfigurationen von Rippendecken einschließlich der Nachweise zum Grenzzustand der Tragfähigkeit (GZT), Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit (GZG) sowie zu den Schwingungen. Was die Ergebnisse zeigen:
80 % mehr Last
im Vergleich zu reinen Schrauben bei den analysierten GZG-Niveaus
16 % Abweichung
zur Verklebung beim Vergleich bei fester Verformung in den geprüften Konfigurationen.
11 von 20 Konfigurationen
behalten denselben handelsüblichen Holzquerschnitt bei. In den anderen 9 Fällen reicht eine einzige zusätzliche Lamelle zu 40 mm aus.
2 % durchschnittlicher Anstieg
des Holzvolumens in den untersuchten Konfigurationen, mit einem maximalen Anstieg von 7 %.
Alles, was zum Bewerten, Berechnen und Planen benötigt wird.
Die experimentellen Erkenntnisse, ihre Umsetzung in die Praxis und die passenden Werkzeuge, um eine Trockenverbindung in ein konkretes Projekt zu integrieren.
Vom Verbinder zur Rippendecke
Die vollständige Versuchskampagne
Tabellenkalkulation
Referenzen und Einblicke
Das System: Verbinder, Schrauben und Werkzeuge
SHARP METAL funktioniert als System: Verbinder, Schrauben, die auch eine Montage auf der Baustelle ermöglichen, sowie Instrumente und Werkzeuge für den richtigen Anzug.
FAQ
ERSETZT SHARP METAL DIE VERKLEBUNG BEI JEDER ANWENDUNG?
Nein. SHARP METAL weist eine geringere lokale Steifigkeit auf als eine geklebte Verbindung. In den im White Paper analysierten Konfigurationen – Spannweiten von 6 bis 12 m und CLT-Plattenstärken von 60 bis 120 mm – lässt sich die geforderte Leistung der Rippendecke dennoch erreichen, oft sogar mit demselben handelsüblichen Querschnitt. Die Beurteilung ist jeweils auf Grundlage der konkreten Projektkonfiguration von Fall zu Fall vorzunehmen.
WIE VIEL MEHR HOLZ BENÖTIGT EINE DECKE MIT SHARP METAL?
Von den 20 im White Paper verglichenen Konfigurationen erfordern 11 die gleiche handelsübliche Rippenhöhe wie die geklebte Lösung. In den übrigen 9 Fällen genügt eine zusätzliche Lamelle von 40 mm. Der durchschnittliche Mehrbedarf an Holzvolumen beträgt etwa 2 %, maximal bis zu 7 %. Diese Werte beziehen sich auf die im Dokument beschriebenen Konfigurationen, Materialien und Rahmenbedingungen.
WELCHE PARAMETER STEHEN FÜR DIE BERECHNUNG ZUR VERFÜGUNG?
Tragfähigkeit und Steifigkeit der Verbindung sind in der ETA-24/0058 angegeben und können im Gamma-Verfahren nach Eurocode 5 angewendet werden. Das White Paper vergleicht die durchschnittlichen Steifigkeitswerte gemäß ETA mit zwei experimentellen Datensätzen anhand von FEM-Modellierungen: Dabei liegen die berechneten Verschiebungen im Allgemeinen über den gemessenen Werten, was auf eine konservative Tendenz hinweist.
KANN DIE DECKE AUF DER BAUSTELLE MONTIERT WERDEN?
Die Montage kann entweder durch industrielles Verpressen oder mit den TBS MAX Schrauben erfolgen, sowohl im Werk als auch auf der Baustelle. Dabei sind die technischen Verlegevorschriften zu beachten. Da kein Klebstoff verwendet wird, entfallen Aushärtezeiten sowie die spezifischen Klimabedingungen, die beim Verklebungsprozess erforderlich sind.